„Atmosphäre der Angst“: Wie Hamburg derzeit mit Geflüchteten umgeht

Das „Hamburger Abendblatt“ hat in den letzten Wochen zweimal über unsere Arbeit berichtet. Darauf möchten wir gern noch einmal hinweisen.
Unsere Kollegin Insa Graefe hat Einblick in unsere Arbeit und in die Situation der Menschen, die wir unterstützen, gegeben. Sie schildert eine „Atmosphäre der Angst“: Der Abschiebedruck in Deutschland sei deutlich gestiegen und damit auch die Verunsicherung bei den Geflüchteten. Noch verschärfen dürfte sich die Lage durch die strengeren Regeln des neuen europäischen Asylsystems (GEAS).Keine Fotobeschreibung verfügbar.
Nicht jeder, der schutzsuchend nach Deutschland kommt, bleibt am Ende hier. Aber, so Insa Graefe: „Sie haben das Recht auf ein ordentliches Verfahren.“ Ämter drängen Menschen dazu, für sie ungeeignete Anträge zu stellen, und drohen ihnen mit Abschiebung, auch dann, wenn diese gar nicht möglich oder nicht zulässig ist. „Das ist nicht okay und macht unsere Arbeit so wichtig wie nie zuvor.“
Zum Artikel, leider hinter einer Paywall, geht es hier.
Ein Beispiel für fragwürdiges Verhalten der Ausländerbehörde ist die Geschichte von Milena und Maryam. Die beiden Schwestern sind ukrainische Staatsangehörige, Kinder eines ukrainisch-iranischen Elternpaars.
Aufgewachsen sind sie bei ihrer Großmutter in der Ukraine. Als die plötzlich starb, musste die damals 13jährige Milena in ein Waisenhaus. Ihr Vater hätte sie herausholen können. Doch der war seit Jahren wieder im Iran, hatte dort eine neue Familie gegründet. Es war am Ende die schon erwachsene große Schwester Maryam, die sich um Milena kümmerte und, als der Krieg ihren Heimatort erreichte, ihre Flucht aus der Ukraine organisierte.
Zunächst flohen beide in den Iran, doch dort war Milena isoliert, konnte die Sprache nicht, fand sich nicht in die islamische Gesellschaft hinein. Dann nach Deutschland. Sie kamen nach Hamburg, wollten hier den vorübergehenden Schutz beantragen. Doch Hamburg weigerte sich, argumentierte: die beiden Schwestern könnten ja genausogut in den Iran gehen. Das Gespräch in der Behörde schildern die beiden als massive Einschüchterung. Insa Graefe steht ihnen bei, damit sie doch noch Sicherheit und eine gute Zukunft finden.
Die ganze Geschichte im Abendblatt hier.
(Foto: Roland Magunia / Funke Mediengruppe)
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